Der Widerschein des Mondes

Es war eine flüchtige, kurze Geschichte gewesen, ein paar Blicke, ein paar Sätze, ein paar Begegnungen, eilig, leise, schwebend oder wie ein kurzes Aufleuchten der Sonne zwischen den Wolken.

Zuerst fällt sie ihm gar nicht auf, Mona, das Mädchen, das sich nie schminkt, das nach nichts riecht. Doch sie sitzen sich in einem Seminar gegenüber und je länger er sie sieht, desto schwieriger kann er sich ihr entziehen. Aber Mona ist wie ein scheues Reh, dem man sich langsam nähern muss. So langsam, dass er es kaum aushält, dass es beinahe wehtut. Und nach jedem zu schnellen Schritt zieht sie sich wieder zurück.

Liegt es an ihrer Vergangenheit? An der Trauer, die sie mit sich herumträgt? Er könnte ihr helfen, er weiß es, aber er hat Angst sie zu verschrecken. Und schließlich läuft er Gefahr genau das zu tun, alles zu zerstören, was sie haben – und mehr noch: ihr jeweiliges individuelles Glück scheint am seidenen Faden zu hängen …

Der Widerschein des Mondes von Roland E. Koch auf Amazon ansehen 

Posted in Uncategorized.
Roland E. Koch

Roland E. Koch

Roland E. Koch, geboren 1959 in Hagen, promovierte über Heimito von Doderer und lebt mit seiner Familie als freier Schriftsteller in Köln. Er veröffentlichte u.a. zahlreiche Kurzgeschichten, die Erzählbände „Helle Nächte“ (1995), „Geheime Kräfte“ (2013), „Alleestraße“ (2014) sowie die Romane „Das braune Mädchen“ (1998), „Paare“ (2000), „Ins leise Zimmer“ (2003), „Ich dachte an die vielen Morde“ (2009), „Unter fremdem Himmel“ (2010) und „Dinge, die ich von ihm weiß“ (2011). 2002 gab er die Anthologie „Der wilde Osten. Neueste deutsche Literatur“ heraus. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bettina-von-Arnim-Preis.
Koch schreibt für Rundfunk und Zeitungen, war Gastprofessor am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim und unterrichtet seit 2008 Kreatives Schreiben an der Universität Siegen.